Die Didaktik - in
ihrer Bedeutung
für Erziehung und Bildung
Rede anläßlich
des 20. Jubiläums eines Abiturs
Alsfeld 1994
[Ansprache
beim Treffen der Mitglieder der ehemaligen Klasse
13 m1 des Gymnasiums
Albert-Schweitzer-Schule zu Alsfeld - am 18. Juni
1994 im Hotel "Zur Erholung" - aus
Anlaß des 20. Jahrestages ihres Abiturs]
Geehrte
Anwesende,
insbesondere
liebe Ehemalige!
Denn Sie
sind diejenigen, um die es heute geht.
Da steh'
ich nun -nein: nicht eben
als armer Tor-, aber in
der merkwürdigen Rolle dessen, der einstmals,
bis vor 20 Jahren, eine Zeitlang einer Ihrer
Lehrer war.
Stehe
vor dieser Gruppe gestandener, seßhaft, wohl
auch besitzend gewordener, ton- und
richtunggebender, zumindest aber ihre Plätze im
struggle of life ausfüllender, wenns hoch
kommt sogar den Luftraum beherrschender Menschen.
Stehe
da, im Höchstfalle noch einer unter anderen,
kaum mehr ein Primus inter pares, unterm Aspekt
beruflichen Lebens gesehen zudem gewissermaßen
'abgelegt' und in die Ecke gestellt.
Stehe
also da, eingeladen zu einem Treffen ehemaliger
Schüler, gleichsam eine exotische Verzierung
dieser Veranstaltung, entschärft und
pflegeleicht geworden. Einerseits anscheinend
allen vertraut - und doch im Grunde nicht nur
fremd geblieben, sondern durch den Gang der Zeit
zunehmend geworden.
Und
mache mir Gedanken, wie ich dieser merkwürdigen
Rolle angemessen und mit Würde zu entsprechen
vermöchte. Und besinne mich darauf, daß, nach
meinem Verständnis (es mag ein wenig zu
anspruchsvoll sein und manchmal deshalb eine
rechte Last) - daß also Lehrer zu sein bedeutet,
sich verantwortlich zu fühlen. Nicht in dem
Sinne, daß man Verantwortung für die
Entscheidungen jedes Einzelnen für seinen
individuellen Lebensweg übernehmen wollte, ja,
auch nur könnte, denn: jeder ist - bekanntlich -
seines eigenen Glückes Schmied. Aber:
verantwortlich in dem Sinne, daß man eigentlich
unaufhörlich (und dem setzt auch ein sog.
Ruhestand kein Ende) - daß man also
unaufhörlich sich dazu aufgerufen fühlt, zu be-
und zu überdenken -unter
ständiger Beobachtung des Laufes und der
Entwicklung dieser Welt-
was es mit uns Menschen auf sich hat und - was
uns not tun könnte. Und dieses bei sich
bietender Gelegenheit auch zu sagen.
Es ist
die vornehmste, aber auch die notwendige und ihm
einzig angemessene Pflicht des Didaktikers, der
ich während der letzten 16 Jahre meines
beruflichen Tätigseins nicht nur als normal
gewöhnlicher Praktiker an der sog. Schulfront,
sondern als bestallter Theoretiker für die
Praxis war - es ist, so sagte ich, die vornehmste
und mit Reiz und Verantwortung verbundene Pflicht
des Didaktikers, die Ziele zu bedenken, auf die
hin man als Mensch sinnvoll leben sollte - und zu
leben vermöchte (und das Gefühl für diese
Verantwortung hört im Alter und außerhalb
beruflichen Tätigseins nicht auf). Und diese
Frage nach den Zielen gilt für jung und alt,
für Mann und Frau, für reich und arm, für alle
Menschen auf unserer Erde gleichermaßen, und
das, ob sich jemand dessen bewußt ist oder sein
will - oder ob nicht.
Die
Ziele, so sagte ich, von denen aus - und auf die
hin die Sozialisation im weiteren und die
Erziehung und Bildung im engeren Sinne zu
organisieren sind, um - nicht nur junge -
Menschen auf diese Ziele hin zu unterrichten. Und
wovon man sie, mögen sie das im Moment für gut
oder für 'ätzend' befinden - oder nicht, nicht
befreien darf - ihnen selber und der Gemeinschaft
auf Dauer gesehen zum Gedeih.
Denn es
ist ohne Verantwortung, Menschen
-aus vermeintlicher,
weil falsch verstandener Liberalität und
Humanität- unter keine
Ansprüche zu stellen: wer Menschen die
Folgelasten von notwendigen Ansprüchen er-sparen
möchte, der -um das
saloppe Idiom in diesem Zusammenhange zu
bemühen- der 'spart sie
kaputt'!
Solche
Fragen treiben mich um. Und - das gehört zu den
Ansprüchen, unter die ich
mich -mein Leben lang-
selber gestellt fühlte
- und fühle. Dazu muß man nicht einmal ein sog.
guter Mensch sein, bedarf es keines
heiligmäßigen Lebens, nur, ganz schlicht, eines
Strebens, das, auch bei der immerwährenden
Möglichkeit zum Versagen, 'redlich sich bemüht'
- wie es, bekanntlich, im 'Faust' heißt.
Ich
sprach - aus der Sicht des Didaktikers - von
Zielen. Die höchsten dieser Ziele, die allen
anderen Zielen ihre Orte in einer sinnvollen
Ordnung zu geben vermögen, sind die sog., viel
gelobten, viel berufenen, viel beschrieenen
Werte, von vielen für lebenswichtig nicht nur,
sondern geradezu für lebensbedingend gehalten;
von vielen anderen offen, meist aber wohl
insgeheim gefürchtet und abgelehnt (wie das
Weihwasser vom Teufel) - weil man von ihnen her
den Anspruch an sich selber spürt, der als
unangenehm und lästig empfunden wird, weil er
angeblich die sog. Selbstverwirklichung
beschränke. Eine nur sogenannte
Selbstverwirklichung, da sie im Grunde
ungehemmter Egozentrismus ist.
Im
Zusammenhange dieser Problematik beklagt man hie
und da, oft nur vereinzelt, in letzter Zeit
zunehmend häufiger, bei der Suche nach den
Ursachen für die vielen Verwerfungen in unserer
Welt (Verbrechen aller Art, Gewalt,
Krieg -bis hin zu den
sich häufenden alltäglichen
Rücksichtslosigkeiten im Umgang miteinander und
dem sich ausbreitenden Fehlen von
Unrechtsbewußtsein)- man
beklagt im Zusammenhange dieser alle angehenden
Problematik den sog. 'Werteverfall, ja, den
Werteverlust. Unsere in vielen Gegenden und
Bereichen immer noch funktionierende - wenn nicht
Wohlstands-, so doch Wohlfahrtsgesellschaft
vermag den kühl beobachtenden Interessierten
nicht über die Richtigkeit und Berechtigung
solcher Beklagungen hinwegzutäuschen. Materiell
ungesicherte Existenzen seien dafür besonders
anfällig - und manche möchten allein darin die
tiefste Ursache dafür sehen, daß Menschen für
alles, was nicht materiell und - wie man so
leichthin zu sagen pflegt - nicht von dieser Welt
ist, keinen Sinn mehr sehen. "Erst kommt das
Fressen, dann kommt die Moral", formulierte
ein nicht unbedeutender deutscher Autor. Aber:
Wohlstand ist
-erstaunlicherweise, selbst der größte
nicht- keine Garantie
gegen Werteverfall und Werteverlust. Die
Berechtigung dieses Urteils wird durch die
Meldungen der Medien Tag für Tag bewiesen.
Also:
können Werteverfall und Werteverlust im letzten
von den materiellen Lebensbedingungen - zumindest
von ihnen allein nicht abhängen.
Also:
muß Ausschau gehalten werden nach Werten, von
denen man sich -im
letzten einerlei welche Rolle man im
gesellschaftlichen, soziokulturellen,
politökonomischen System spielt-
muß also nach Werten
Ausschau gehalten werden, die zu beachtende
Richtungsweiser sowohl wie anzustrebende Ziele
sein können, die unser Leben zu ordnen und
überschaubar zu machen, ihm Sinn zu geben
vermögen. Und zwar für jeden, einerlei wer er
ist und was er darstellt. Und die er - entweder -
zu bejahen vermag, aus der Freiheit dessen, der
diese Werte und Ziele als notwendig zu erkennen
und ihnen zu folgen vermag - oder die er, wo die
Erkenntnisfähigkeit oder -bereitschaft dazu
fehlen oder auf Zeit oder für immer gestört
sind, durch ihnen entsprechenden verständnis-
und liebevollen, aber entschiedenen Druck seitens
der Gemeinschaft der Einsichtsfähigen zu
beachten lernen muß.
Aber -
welche Werte und Ziele sollten das sein? Die man
- entweder - aus der Einsicht in ihre
Notwendigkeit sich frei zu eigen machen könnte
oder - nolens volens - auf unnachgiebigen
Nachdruck hin zu beachten hätte?
Heißt
denn, bestimmte Werte überhaupt nur zu benennen,
nicht schon, eine Auswahl zu treffen und damit
eine Rangfolge herzustellen? Und ist das nicht
abhängig vom subjektiven Meinen und
Fürwahrhalten? Und steckt darin nicht die Gefahr
von Willkür von im tiefsten unmoralischen
Verhalten gegenüber all jenen, die ganz andere
sog. Wertvorstellungen haben?
Aber:
der heute vielberufene Pluralismus der Meinungen
und sog. Wertvorstellungen darf
nicht -wie er das
inzwischen längst tut-
zum Chaos führen, in dem keiner mehr einen Steg
zu erkennen, geschweige denn einen Halt zu finden
vermag.
Der ins
Extrem der öffentlichen Anerkennung getriebene
Gedanke des Pluralismus der Werte einzelner -
muß zu dem 'Ergebnis' führen, daß für die
Gemeinschaft nichts mehr einen Wert hat. Wo
alles, was man sich als Einzelner in seinem
Privatbereich mit vollem Recht als Wert
vorzustellen vermag, den gleichen öffentlichen
Rang beansprucht wie alle anderen individuellen
Wertvorstellungen, da ist alles gleich viel bzw.
gleichviel wert - also: nichts mehr etwas wert.
Und
dabei sind wir doch, wir Menschen des ausgehenden
20. Jahrhunderts, in der beneidenswerten Lage,
nicht nur in Europa, dem klassisch sowie
christlich geprägten Abendland, sondern zugleich
in Kenntnis der aufgearbeiteten
außereuropäischen Kulturen zu leben. Mit ihrem
Reichtum an Gedanken und Berichten über
praktische Versuche zur Gestaltung einer als
sinnvoll erlebbaren menschlichen Existenz.
Und: als
eine der "Früchte" davon den Kanon der
Menschen-, Grund-, Freiheits- und Bügerrechte,
wie sie - u.a. - unsere Verfassung formuliert und
die auch der Deklaration der Menschenrechte der
UN und anderen ähnlichen Texten zu Grunde
liegen.
In
diesen Menschenrechtskanons drücken sich
Wertvorstellungen aus, die sich in
jahrtausendelanger Geschichte im wahrsten Sinne
des Wortes 'entwickelt' haben - und in allen
Irrungen und Wirrungen, auch trotz zeitweiligen
Vergessens, sich immer wieder behauptet haben.
Ein Beweis dafür, von wie fundamentaler
existenzieller Wichtigkeit und Gültigkeit diese
Wertvorstellungen für jeden
aufgeklärt-vernünftigen bzw. vernünftig
aufgeklärten Menschen sind.
Allen
ausgewählten Wertvorstellungen voran, durch die
Voranstellung im Grundrechts-Kanon als vorrangig
augenfällig gemacht, der Artikel von der
unverletzlichen Würde des Menschen. Jedes
Menschen also: des schwachen wie des starken, des
schwarzen wie des weißen, des jungen wie des
alten, des lebenden wie des ungeborenen, ja -
sogar des nicht mehr lebenden. Schlußfolgerung
fürs praktische Handeln und Verhalten: ich darf
diesen Wert, diese Menschen-Würde, nicht als ein
Alibi-Recht für mein Selbstsein allein verstehen
und mißbräuchlich benutzen, sondern habe in
allem, was ich denke, sage und tue, die Würde
des Mitmenschen zu beachten. Das bedeutet für
mich selbst zwar eine Einschränkung, mit der ich
jedoch, wenn ich sie aus der Erkenntnis ihrer
Notwendigkeit freiwillig leiste, meine eigene
Würde beweise - und zugleich die allen Menschen
eigene Würde in dieser Welt stärke.
Doch:
Würde - woher? und in bezug worauf? Worin
gründet diese Würde, quasi die Form der
äußeren Erscheinung eines unverletzlichen,
unverlierbaren Werts? Darauf gibt der Art. 1
unserer Verfassung keine Antwort. Und so haben
wir es bei ihm wohl mit einer der sog.
'Leer-Formeln' zu tun, die man unter streitenden
Parteien immer dann bemüht, wenn sich
unvereinbare Auffassungen wenigstens dem
Anscheine nach einigen wollen (was als solches ja
mehr als hoffnungslos ist).
Dabei
ist es dem Wissenden völlig klar, daß die
Wertvorstellung von der Unverletzlichkeit und
Unverletzbarkeit der Menschenwürde ohne
religiösen Bezug nicht sinnvoll zu denken ist.
Denn:
welche aus Menschenmacht verliehene oder gegebene
oder geschenkte Würde wäre unverletzlich? Wäre
bleibend und dauerhaft und unantastbar? Ein Wert,
von menschlicher Macht gesetzt, bleibt so
unvollkommen und angreifbar wie sein Urheber
selbst, mag der auch zeitweilig wie allmächtig
sich gebärden können. Die großen
Totalitarismen unseres Jahrhunderts sollten das
mehr als hinreichend erwiesen haben.
Und so
werden wir Menschen denn, wenn wir klar und
vernünftig denken, nicht an der Wahrheit
vorbeikommen, daß der höchste Wert, von dem
alle anderen Werte und alles Seiende abhängen,
ihren eigenen Wert und Stellenwert und ihren Sinn
erhalten, dasjenige ist, das von den großen
Philosophen des Mittelalters das summum bonum,
das höchste, alles umfassende, alles in sich
einschließende Gut bzw. Gute ist.
Das hat
nichts mit weltfernem, weltabgehobenem Glauben zu
tun. Im eigentlichen auch nichts mit
organisiertem Glauben, wie z.B. in Gestalt von
Kirchen der verschiedensten Art und Richtung
(deshalb nichts gegen sie) - sondern mit ganz
lebensbezogener, im Grunde hochrealistischer
Vernunft. Ein Zeuge dafür ist für mich und
andere der wohl bedeutendste Aufklärer deutscher
Sprache: Gotthold Ephraim Lessing (1729-81).
In
seinem viel zu wenig bekannten philosophischen
Traktat, von Fachphilosophen für einen der
wichtigsten deutschsprachigen philosophischen
Texte gehalten, mit dem Titel "Die Erziehung
des Menschengeschlechts" - in dieser
Abhandlung läßt Lessing als das Ziel der
Entwicklung der Menschheit deren Erkenntnis
erscheinen, daß der Glaube an zwei Wahrheiten
für das Erreichen der höchsten Stufe der
menschlichen Gattung unerläßlich und notwendig
sei - und deren Vernunft erst zu vollenden
vermöge. Es sind 1. der Glaube an den, wie
Lessing sagt, "einigen" (d.h. einzigen)
Gott - und 2. der Glaube an die Unsterblichkeit
der Seele. (Dieser zweite Glaubenssatz hängt,
ich kann jetzt im einzelnen nicht darauf
eingehen, mit der Wertvorstellung "Würde
des Menschen" zusammen.)
Diese
Glaubenssätze sind für den Aufklärer Lessing
nicht mit der menschlichen Vernunft unvereinbar,
sondern, ganz im Gegenteil, ein Beweis für die -
innerhalb menschlicher Grenzen - erst vollendete
Vernunft. (Wer etwa deshalb Zweifel an der
Vernunft-Kapazität Lessings hegen sollte, dem
sei die Lektüre der zahlreichen theoretischen
Schriften empfohlen, z.B. sein bekanntes Werk
'Anti-Goeze' gegen theologische Engstirnigkeit,
um sich davon zu überzeugen, daß es sich bei
Lessing um keinen kleinbürgerlich-spießigen
Frömmler handelt.)
Ja, man
wird, je öfter man die 'Erziehung des
Menschengeschlechts' liest - und zwischen den
Zeilen liest -, den Eindruck nicht los, als denke
Lessing folgenden hintergründigen Gedanken mit:
selbst wenn es Gott, den Schöpfer allen Seins
und Sinns, gar nicht geben sollte (denn wer
könnte das Sein Gottes beweisen!?), selbst - und
gerade dann - sei es ein Beweis für die
vollendete Vernunft, ihn als seiend zu denken,
weil nämlich ohne diesen höchsten, dem
menschlichen Zugriff entzogenen Wert alle anderen
Werte ins Schwimmen gerieten und dem Zugriff
menschlicher Manipulation ausgesetzt würden.
So zu
denken war Denkern zur Zeit Lessings nicht
unvertraut. Heißt es doch bei Goethe in der
zweiten und - fast wortgleich - in der letzten
Strophe seines Gedichts 'Das Göttliche':
"Heil den unbekannten/ Höhern Wesen,/ Die
wir ahnen!/ Ihnen gleiche der Mensch,/ Sein
Beispiel lehr uns/ Jene glauben!"
Warum -
und damit komme ich zum Ende meiner, so will mir
scheinen, "unzeitgemäßen"
Überlegungen - warum sage ich das hier und
heute? Zum einen, weil ich davon zutiefst
überzeugt bin, daß ohne die Besinnung auf Werte
wir Menschheit diejenigen Probleme unserer Welt,
die zunehmend wir selber verursachen, nicht
sinnvoll, nicht menschenwürdig werden lösen
können.
Zum
zweiten, weil ich glaube, daß ich auf diese Art
und Weise an die einstmalige Vertrautheit (sollte
sie denn bestanden haben) zwischen mir und
Ihnen -die als für
problemhaltige Gespräche bereit und
aufgeschlossen mir in Erinnerung geblieben
ist- am passendsten
anknüpfen könnte.
Und zum
dritten deshalb, weil ich meinte, mit meinen
skizzenhaften Darlegungen am besten an die Würde
erinnern zu können, die wir im Umgang
miteinander eigentlich immer beachtet haben.
Dafür danke ich Ihnen nachträglich besonders.
Und noch
ein letztes Wort. Ich hatte nicht beabsichtigt,
mit sog. problemhaltigen oder auch nur -bezogenen
Ausführungen einen schwarzen Schatten auf die
Freude und vielleicht auch Ausgelassenheit zu
werfen, die sich heute möglicherweise schon
eingestellt haben - oder sich noch einstellen
könnten.
Erkenntnisse
und Einsichten, die etwas zu klären oder zu
erhellen vermögen, den Weg dorthin bahnen - oder
auch nur eine Bestätigung dessen bringen, was
man selber längst wußte, - sie wirken im Grund
wie ein 'eu-angelion', eine 'frohe Botschaft',
sie machen frei. Und wer sich von ihnen
niederdrücken läßt, der ist selber schuld und
sollte schleunigst lernen, daß alles, was uns
wahrhaft frei macht, mit Freude und Heiterkeit
gut zusammengeht.
Und: wer
sich selber sucht, der wird sich kaum finden,
indem er sich ausschließlich zer-streut, sondern
nur, indem er sich
-wenigstens immer wieder
mal- sammelt. Auch das
ein Grund zur Freude.
Ich
freue mich, mit meiner Frau hier bei Ihnen zu
sein, und wir wünschen Ihnen einen fröhlichen,
ab und an vielleicht auch besinnlichen weiteren
Verlauf Ihres Treffens. Seien Sie bedankt für
Ihre Geduld, mich so freundlich angehört zu
haben.
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