Bin ich ein Weib,
daß ich so herzzerreißend weine ?
daß ich vor Wehe
nicht mehr weiß wohin ?Mich wirfts
umher :
das frech verratne Reine,
zu dem ich Stund um Stund
gestrebet bin !
"Wozu das
alles,
was Du hier beginnest !?"
so hohnlachts mir
ich möchte schrein
"Die
Kräfte, die fürs
Gute Du gewinnest,
werden schon bald
verschwendet sein !"
Das Schlechte
kommt
mit unverhüllter Stirne
und wuchert frech
das Gute tot
Du strebst !
Inzwischen
geilt die Dirne.
Sie wird belohnt
Du selber kargst in Not.
Wozu das alles ?
all das harte Streben ?
das Schlechte kommt
und raubt Dein Oberkleid,
tänzelt
vonhinnen
strahlend hell umgeben
von Deinem Rock
weh ! die verlorne Zeit !
Doch halt
: sag mir :
Bin ich denn diese Hülle,
die dorten prunkt
doch einst zerschlissen wird !?
Lebt denn in mir
nicht
jener innre Wille,
der in sich ist und wächst,
ganz unbeirrt ?
Und mögen sie
mich höhnisch
nackt nun glauben,
schutzlos und preisgegeben
ihrer Macht :
Sie können mir
den Mantel,
mich nicht rauben !
Gutes ist gut
und nicht nur gut gemacht.
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