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Der blaue Sommertag
..... es war ein
blauer Sommertag. Oder grün? - golden?
Jedenfalls spannte dieser Tag seinen blauen
Embonpoint übermütig - wie ein Kind: in Wassern
der Lebenslust plantschend, die dicken Beinchen
über den großen Onkel, stakelnd, durch den
goldenen Sand spritzend, das Schaufelchen
fuchtelnd, girrend, überlaufend von Lust -
spannte also seinen Embonpoint, wie ein Kind,
plötzlich stoppend, an sich hinunterschauend,
sich aufpumpend, die Lippen verschließend als ob
man einen prallen Luftballon zukneift - spannte
den Embonpoint, glucksend in tiefer Kehle,
neckisch, übermütig - die Mutter schüttelt,
Ansteckung fürchtend und dennoch verlockt, den
Kopf, zwingt zwar Mißbilligung auf ihr Gesicht,
muß aber, von innen her, doch lachen - er
spannte seinen Bauch, eine Wölbung von Übermut,
in den Raum: Hollahi, hier bin ich! Sieh her! -
bääääh! - respektlos, machte gewissermaßen
eine Nase mit seinem Bauch: pah! und: Du kannst
mich!
Der Bauch des
blauen Tages stieß in die Luft, in den Raum,
hinaus, wohin? Wölbte sich bis zur schimmernden
Durchsichtigkeit, wo im Zenit der Sonnennabel
hüpfte. Über die Hänge, die Berge empor,
drüberhin, über die äsenden Bäume im Licht,
die ihr Gefieder schüttelten, daß der
Lichtstaub wirbelte. Die Bäume, die grünen
Tiere, die gemessen Verwurzelten. Auch sie
Kinder: in der Herde unaufmerksam für das ernste
Geschäft des Lebens: saugen und trinken und
pumpen, Osmose und Kreislauf, Wasserhaushalt,
Verdunstung und Wolken machen - auch hier wie
Kinder: verspielte Geschöpfe, Arme erhebend, ins
Licht fassend, Blatthände öffnend, Lichtbäche
entlassend, fallen lassend - und wieder
schöpfend, goldenes Spiel, versunken ins
Glitzernde, unverbindlich, unschuldig,
selbstvergessen, ohne Bewußtsein für den
kommerziellen Wert dieses Goldes. Naiv. Kindsein.
Schön.....
So schwingen die
Höhen durch den Tag. Blautag, Kichertag,
Übermutstag - Kindertag.....
(um 1970)
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